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Duales Studium – Duales Studiengängen auf dem Vormarsch

Duale Studiengänge erfreuen sich immer größerer Beliebtheit. Gab es vor zehn Jahren ca. 300 duale Studiengänge, so werden heute schon über 700 angeboten. Absolute Spitzenreiter sind dabei die Wirtschaftswissenschaften mit mehr als 300 verschiedenen dualen Studiengängen, gefolgt mit einigem Abstand von der Informatik, dem Maschinenbau und der Elektrotechnik.

Welche Studiengänge werden angeboten?

Duale Studiengänge werden in Eigenverantwortung von den teilnehmenden Hochschulen selbst ausgearbeitet und durchgeführt. So gibt es von Hochschule zu Hochschule unterschiedliche Konzepte.

Studenten, die sich für ein duales Studium interessieren, können meistens zwischen zwei weitverbreiteten Alternativen auswählen: Es gibt Studiengänge, die eine klassische Ausbildung integrieren, das heißt, sie verbinden ein normales Vollzeithochschulstudium mit einer praktischen Ausbildung in einem Betrieb. Neben der Arbeit im Betrieb absolvieren die Studenten theoretische Lernblöcke in der Hochschule und besuchen zusätzlich eine geeignete Berufsfachschule. Angestrebt wird bei dieser Art von Studiengängen ein Abschluss in einem anerkannten Ausbildungsberuf.

Andere Studiengänge gehen praxisorientierter vor. Gelernt wird ebenfalls an einer Hochschule oder Fachhochschule, die einen dualen Studiengang anbietet. Allerdings erfolgen hier längere Praxisblöcke im entsprechenden Unternehmen. Die Absolventen erhalten bei dieser Variante einen Hochschulabschluss und besitzen praktische Erfahrung im Betrieb. Einige Studiengänge bieten auch beide Abschlüsse in Kombination an.

Vor- und Nachteile des dualen Studiengangs

Die Vorteile beider Arten von Studiengängen liegen auf der Hand, die Nachteile sind nicht ganz so eindeutig auszumachen. Der Arbeitgeber übernimmt alle anfallenden Studiengebühren und entlohnt seinen Studenten mit einem monatlichen Gehalt, sodass kein Nebenjob mehr nötig ist. Der Student kann sich voll und ganz auf die Studieninhalte konzentrieren und hat bereits eine meist vertraglich zugesicherte Anstellung in der Rückhand. Durch den eindeutigen Praxisbezug verkürzt sich die Einarbeitungsphase in das Unternehmen merklich ab und mit der späteren Anstellung besitzt der Student bereits ein entwickeltes soziales und berufliches Netzwerk im neuen Unternehmen. Die Studienzeit ist effektiv und mit drei bis vier Jahren vergleichsweise kurz. Die Studenten werden intensiv betreut und durch kleine Vorlesungsgruppen optimal gefördert.

Durch diese Voraussetzungen hoch motiviert bringen die Absolventen eines dualen Studienganges gute bis sehr gute Leistungen hervor, obwohl sie neben dem Studium und während der Semesterferien arbeiten müssen. Das mit der Hochschule verbundene Unternehmen gewährt zum Ausgleich dafür ca. 30 Tage Urlaub im Jahr.

Die Doppelbelastung lässt allerdings wenig Raum für ein typisches Studentenleben. Vorlesungen finden häufig an den Wochenenden und am Abend statt. Familie und Freunde müssen zeitweise zurückstecken und dem Studierenden den Rücken frei halten und stärken. Nachteilig ist außerdem, dass die Studenten eines dualen Studienganges sich in ihren Entfaltungsmöglichkeiten sehr einschränken lassen müssen. Es gibt keine Möglichkeit andere, vergleichbare Unternehmen durch Praktika näher kennenzulernen. Die Abhängigkeit zum gewählten Unternehmen ist aufgrund vertraglicher Gebundenheit sehr groß. Oft müssen die Studenten bei einem Studienabbruch Rückzahlungen an das entsprechende Unternehmen leisten.
Zusätzlich werden hohe Ansprüche an die seelische Belastbarkeit, an die Mobilität und Flexibilität gestellt.

Aussichten und Chancen

Die Aussichten nach einem erfolgreich durchlaufenen dualen Studiengang können jedoch durchaus als rosig angesehen werden, das Renommee der Absolventen ist in allen Unternehmen hoch und die vollbrachte Leistung und die von vielen Unternehmen gewünschte Praxisnähe wird durchaus anerkannt. Ein reines Hochschulstudium ist vielen Studenten der dualen Studiengänge und vielen Unternehmen zu theoretisch.
Eine klassische Ausbildung wiederum bietet diesen Hochschülern geistig zu wenig und weist zu wenige Aufstiegschancen auf. Der mit dem dualen Studiengang eingeschlagene Mittelweg scheint ein derzeitiges Erfolgsrezept für viele Studienanfänger zu sein.

Weitere Infoquellen:
www.dhbw.de